Job – und was ich gelernt habe

Abschied vom Job – und was ich gelernt habe

Job war mal – jetzt geht’s in neue Leben

Leute, mal unter uns… fast 40 Jahre beim selben Arbeitgeber… gibt’s das heute überhaupt noch?

Als ich da angefangen habe, gab’s noch kein Smartphone, keine E-Mails und diesen ganzen digitalen Lärm auch nicht. Wir hatten richtiges Papier, Kabeltelefone – und wenn etwas erledigt war, dann war es das auch.

Und mit den Leuten im Büro gab es direkten Kontakt. Heute ist alles „effizient“, alles „smart“… aber wenn ich mir die Typen heute anschaue, hat sich im Kern gar nicht so viel geändert. Die Spielchen im Kopf sind immer noch die gleichen.

Motivation im Job

Im Laufe der Zeit habe ich kapiert: In so einer Organisation wird zwar viel von Leistung geredet, aber belohnt wird oft etwas ganz anderes.

Da gibt es die Leute, die fachlich liefern. Die Probleme lösen. Die den Laden im Hintergrund am Laufen halten.

Und dann gibt es die anderen, die vor allem Wirkung erzeugen. Die richtigen Kontakte pflegen, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und genau wissen, wie man Ergebnisse verkauft – auch wenn es nicht die eigenen sind.

Gebraucht werden beide. Aber geschätzt wird meistens der, der die bessere Show liefert.

Wenn du wichtig bist im Job

Solange du einen Nutzen bringst, bist du die wichtigste Person im Raum.

Da wird angerufen, abgestimmt, auch nach Feierabend.

Aber sobald dieser Nutzen wegfällt, dreht sich der Wind. Die Aufmerksamkeit wandert weiter.

Das ist keine Bosheit. Das ist System.

Du bist ein Werkzeug. Wenn du nicht mehr schraubst, landest du im Kasten.

Chefs ohne Inhalt

Ich habe Führungskräfte erlebt, die funktionieren rein über ihr Auftreten.

Nach außen charmant, humorvoll, bestens vernetzt.

Nach oben wird genickt, nach unten wird delegiert.

Und solange die Mitarbeiter die eigentliche Arbeit liefern, stehen diese Leute im Rampenlicht und verkaufen alles als ihre eigene Leistung.

Warmes Gelaber gegen echte Taten

Anerkennung gibt es in zwei Formen.

Die erste: „Ohne dich läuft hier nichts, Rudi.“

Klingt gut. Bringt aber nichts.

Die zweite: echte Verantwortung, Entwicklung, faire Bewertung.

Und dazwischen? Eine Lücke, in die ein ganzer LKW passt.

Rente und Ruhestand

Richtig spannend wird es am Ende.

Solange ich funktioniert habe, war ich Teil der Truppe.

Aber als ich gesagt habe, dass ich gehe, war plötzlich alles weg.

Kontakte verlagern sich. Interesse gleich null.

Da merkst du ganz schnell, wie viel davon wirklich echt war.

Oder ob du einfach nur Teil einer Zweckgemeinschaft warst.

Wenn der Nutzen weg ist, bist du unsichtbar.

Konsequenz statt Ritual

Ganz ehrlich: Das zu erkennen war nicht leicht.

Ich habe immer gedacht, es geht nicht nur um den Job, sondern auch um die Menschen.

„In guten wie in schlechten Zeiten.“

Großer Irrtum.

Der Job zählt. Der Nutzen zählt.

Und wenn das vorbei ist, dann bist du es auch.

Kein echtes Danke. Keine Worte. Nichts.

Deshalb habe ich für mich entschieden: Kein Abschiedsprogramm. Keine Show. Keine künstlichen Gesten.

Wofür auch?

Ein System, das nach Nutzen funktioniert, braucht keine Inszenierung am Ende.

Organisationen funktionieren nicht über Fairness.

Sie funktionieren über Nutzen und Strategie.

Wer lange genug dabei ist, erkennt das.

Ich habe es erkannt.

Und deshalb reicht es jetzt auch. Und das Leben endet definitiv nicht mit dem Abschied aus dem Job. Manche Leute vermisst man, andere nicht. So ist es halt.

Ach so… jetzt.

Ähnliche Beiträge