Kaffee – das funktioniert noch

Kaffee – das braucht der Mensch am Morgen
Leute, jetzt mal Butter bei die Fische…
Es gibt in diesem Laden hier – und ich meine diesen ganzen Zirkus da draußen – eigentlich nur noch eine einzige Sache, die wirklich zuverlässig funktioniert.
Ohne Murren, ohne Fehlermeldung, ohne „Wir rufen Sie zurück“: mein Kaffee.
Morgens, halb tot in die Küche wanken, den einen Knopf drücken – und zack – es läuft. Fünf Sekunden. Fertig. Schwarzes Gold in der Tasse… aus diesem geilen Kaffeevollautomat.
Kein Antrag, kein Wisch, keine dämliche Hotline, die mir sagt, dass meine Kaffeebohnen momentan aufgrund eines hohen Anruferaufkommens leider nicht gemahlen werden können.
Stellt euch mal vor, das würde laufen wie bei uns auf’m Amt, bei der Bahn oder in der Politik.
Du willst ’nen Schluck Kaffee? Ja, Pustekuchen!
Erstmal müsstest du ein dreiseitiges Formular ausfüllen: „Antrag auf Heißgetränk-Bezug…“.
Dann kriegst du eine Bestätigungs-Mail, die im Spam landet.
Dann musst du dich per Ident-Verfahren ausweisen, damit die wissen, ob du überhaupt alt genug für Koffein bist. Danach kriegste ’ne TAN aufs Handy geschickt, die natürlich nicht ankommt, weil wir hier im digitalen Neandertal wohnen und das Funkloch größer ist als mein Verstand am Montagmorgen.
Dann wird geprüft: Brauchst du den Kaffee überhaupt? Ist das sozialverträglich? Hast du die aktuelle Kaffee-Berechtigungsklasse?
Bearbeitungszeit? Frag in drei Wochen nochmal nach – aber bitte nur dienstags zwischen 9:00 und 9:15 Uhr.
Und wenn’s dann endlich soweit wäre, kriegste ’nen Brief per Post – gelber Umschlag, ganz wichtig: „Technischer Defekt. Personalmangel. Kaffeebezug für Ihr Postleitzahlengebiet vorerst eingestellt. Wir danken für Ihr Verständnis.“
Ganz ehrlich… warum kriegen wir das im Alltag nicht hin?
Knopf drücken, Ergebnis kommt. Effizienz nennt man das.
Stattdessen bauen wir für jeden Furz ein Ticketsystem, ’ne Experten-Kommission und drei neue Beraterstäbe auf – ein paar Stuhlkreise, die dann darüber diskutieren, ob der Löffel im Uhrzeigersinn oder dagegen gerührt werden muss.
Ich sag’s euch: Wenn die Kaffeemaschinen irgendwann auch noch wegen Datenschutz-Bedenken ein spezielles Ident-Verfahren brauchen und ich erst die Datenschutzbestimmungen vor jeder Tasse wegklicken muss, während die Maschine meine Trinkgeschwindigkeit an eine Cloud in Nevada meldet…
Dann ist Schicht im Schacht. Dann verkauf ich den ganzen Plunder und fang wieder an, Tee zu trinken.
Aber wahrscheinlich braucht man dafür dann ’ne Genehmigung vom Wasserwirtschaftsamt.
Ach so… jetzt.
..ne echt mal Leute…is es nicht so…. für jeden Mist…ein Formular..dreifach..dann registrieren…dann TAN… dann Passwort…
