Älterwerden – das ist nix für Anfänger

Älterwerden - das ist nix für Anfänger

Älterwerden – haste schon mal drüber nachgedacht?

Wenn die Garantie abgelaufen und du eh niemand verklagen kannst!

Leute, also ehrlich… neulich… ich guck morgens in den Spiegel… dachte, mich hauts um.

Wer ist der alte Sack, der mich da anguckt? Das kann doch nicht sein, gestern war ich gefühlt noch dreißig! Aber gut, kein Stress,  das wird wieder… Bauch rein, Brust raus, Haare gerichtet… nach 10 Minuten immer noch keine Besserung. Okay, kein Problem… die Natur hat eben eiskalt zugeschlagen… is halt so.

Zack-Zack-Modus: Wenn die Jugend an dir vorbeirennt

Bloß nix anmerken lassen. Immer schön locker bleiben. Ich lauf durch die Stadt… da rennen diese jungen Leute rum… zack-zack, alles wichtig, alles schnell, das Smartphone quasi im Gesicht festgewachsen. Ich guck mir das Elend an und denk mir nur: Sach mal… rennt ihr ruhig, ich mach langsam, hab ja Zeit…

Früher bist du morgens aus dem Bett gesprungen wie ein junges Reh, heute musst du erst mal im Liegen checken, ob alle Knochen noch da sind, wo sie hingehören.

Du liegst da, absolute Stille… nix zu hören im Gebälk? Okay, vorsichtig kurz bewegen… knack! Gut, der Rücken lebt noch. Weiter geht’s. Man funktioniert halt, aber der Start dauert eben länger als beim alten Diesel im Winter.

Und dann diese Gespräche… neulich beim Treffen mit den Kumpels. Früher ging es um Frauen, schnelle Motoren und wer die Nacht am längsten durchhält. Und heute? Da sitzen vier gestandene Männer am Tisch und diskutieren zwei Stunden lang todernst über den Härtegrad von Matratzen und warum orthopädische Schuheinlagen die beste Erfindung des Jahrhunderts sind. Da schwärmt einer mit leuchtenden Augen, dass der Gang zur Mülltonne seit den neuen Gesundheitstretern „wie auf Wolken“ läuft, und die anderen nicken völlig ehrfürchtig.

Da dachte ich mir auch: Sach mal, wo sind wir denn hier gelandet? Premium-Modus der Bequemlichkeit.

Kurzzeitgedächtnis auf Werkseinstellungen: Das Küchen-Blackout

Und der ganz normale Wahnsinn im Alltag hört ja da nicht auf. Das Beste ist dieses neue Kurzzeitgedächtnis. Ich lauf voller Elan in die Küche, weil ich was holen will. Ich komme an, bleibe mitten im Raum stehen… und? Nix. Blackout. Totenstille im Kopf. Was wollte ich hier eigentlich? Ich starr die Küchenwand an wie ein Depp, der noch nie Fliesen gesehen hat. Nach 5 Minuten immer noch keine Ahnung, die Festplatte hat sich komplett aufgehängt. Ich geh also wieder zurück ins Wohnzimmer, will mich auf die Couch setzen… und was merk ich? Wo ist eigentlich die blöde Lesebrille, die ich die ganze Zeit gesucht habe? Auf dem Kopf. Natürlich. Mitten auf der Stirn geparkt.

Der Bettkanten-Blues

Aber den echten Knaller merkst du ja beim Schlafen. Früher bist du morgens um vier hackedicht nach Hause gekommen, hast dich quer über die Couch geschmissen, drei Stunden auf einer leeren Bierkiste gepennt und bist fit wie ein Turnschuh wieder aufgestanden. Und heute? Ich lieg neulich nachts in meinem eigenen, ergonomisch optimierten Luxus-Bett, atme einmal falsch ein und wache morgens auf mit einem Hexenschuss, als hätte mich ein Güterzug überrollt. Nur vom Liegen! Du schläfst im Grunde ganz normal ein und wachst im Zustand „schwer verletzt“ wieder auf. Ich sitz dann auf der Bettkante, reibe mir den Nacken und denke: Sach mal, hackt es jetzt völlig oder was? Man holt sich Sportverletzungen ab, ohne überhaupt Sport gemacht zu haben.

Is halt so, meint man dann nur noch kopfschüttelnd zu sich selbst. Kannst nix machen, reklamieren geht nicht mehr, die Garantie für den Körper ist abgelaufen. Wen willste auch verklagen? Sollen die Jungen sich mal schön da draußen im Stress-Tunnel die Ellenbogen blutig schlagen und ihren Terminen hinterherrennen.

Wir sitzen gemütlich auf dem Hocker, gucken dem Spektakel ganz entspannt zu und teilen uns den Franzbranntwein auf. Nervt zwar manchmal, wenn jeder Knochen einzeln Bescheid sagt, aber am Ende ist es irgendwie auch völlig egal.

Nerven ist so ne Sache, im Alltag. Aufofahren geht noch, aber dann dieser blöde Innenstadtverkehr, nur weil die meinen, gleich fünf Baustellen auf einmal planen müssen.

Oder die Nerverei, wenn du mal krank bist – so einen Schnupfen, oder Männergrippe und deine Frau dich nicht ernst nimmt.

Wird mit dem Älterwerden alles schwieriger – aber Hauptsache der Kaffee schmeckt noch.

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